Presseberichte
11.04.2018, 11:47 Uhr | MAZ - Dosse-Kurier 11.4.2018 / Christamaria Ruch
Jede Frage ist erwünscht
Beim Heimatgespräch mit der CDU kamen in Wernikow viele Anliegen auf den Tisch
Wernikow. Alle Themen, die unter dem Nagel brennen, auf den Tisch legen. Das ist seit zwei Jahren Anliegen der CDU bei ihren Heimatgesprächen.
Landtagsabgeordneter Jan Redmann und Sven Deter, Kandidat für die Landratswahl in Ostprignitz-Ruppin, stellten sich am Montagabend im
Gasthaus Göske in Wernikow den Fragen. Hans-Heinrich Grünhagen, Vorsitzender der Gemeindevertretersitzung in Heiligengrabe, gab ebenfalls
Auskunft zu einzelnen Themen. 13 Frauen und Männer folgten der Einladung. „Drei Grundregeln haben wir: Jeder darf nur bis zu drei Minuten reden, jedes Thema kann angesprochen werden und nach 90 Minuten endet die Veranstaltung“, so Jan Redmann. Allerdings zeichnete sich schon früh ab, dass die Veranstalter die Vorgabe zur Länge der Redezeit nicht so genau
nahmen. Lothar Winter aus Tetschendorf sorgt sich darum, dass im ländlichen Raum zukünftig weniger Wohneigentum entstehen darf. Das geht aus den Entwürfen zur Landesentwicklungsplanung (LEP) hervor. „Dieser Plan ist zu stark aus Berliner Perspektive entwickelt“, so Jan Redmann. Der sogenannte zackenförmige Siedlungsstern reicht nur wenig über den Speckgürtel der Hauptstadtregion hinaus. Nach dieser Planung würden etwa in dem 500-Einwohner-Dorf Wulkow, in dem Sven Deter wohnt, innerhalb der nächsten zehn Jahre nur noch vier Baugrundstücke ausgewiesen werden können. „Das spiegelt nicht die Realität wieder und bremst die Stadtflucht“, so Deter. Und: „Derzeit liegt der zweite Entwurf der Planung vor und die Kreistage müssen dazu Stellung nehmen.“ Er spricht sich dafür aus, Entscheidungen in diesem Bereich der Hoheit der Kommunen zu überlassen. Jürgen Paul aus Wittstock
brachte das Gespräch auf die Kreisumlage: „Die Schmerzgrenze ist längst erreicht.“ Er fragte Deter, wie er die weitere Entwicklung einschätze. „Mein Ansatz ist immer, dass die Kreisumlage nicht höher als notwendig sein soll.“ Mit Hilfe der Kreisumlage wird aber auch der öffentliche Verkehr bezuschusst. „Das wird in Zukunft noch zunehmen, um den Einwohnern vernünftige Angebote zu machen“, so Deter. Martin Schäfer aus Sewekow sorgt sich um die Kommunikation zwischen Landrat und den Bürgermeistern in den Kommunen. „Gespräche finden nicht statt, sondern nur wenn es einen Crash gibt oder Feiern anstehen“, so Schäfer. Ihm ist es wichtig, dass alle eine gleiche Sprache sprechen. Sven Deter: „Entscheidungen, die notwendig sind,
müssen erklärt werden. Bei schwierigen Entscheidungen müssen die Leute mitgenommen werden. Das gesprochene Wort gilt.“ Eltern aus der Kita „Gänseblümchen“ in Zaatzke sorgen sich um das Einhalten der gesetzlich
vorgeschriebenen Beteiligungspflicht. „Der Träger gibt die Schließzeiten vor, obwohl die Öffnungszeiten beteiligungspflichtig sind“, sagte ein Vater. Er wundert sich, dass die Elternbeiträge sich von Kommune zu Kommune
unterscheiden. „Optimal wäre, wenn es keine Schließzeiten gibt und die Gebühren langfristig sinken“, so Sven Deter. Hans-Heinrich Grünhagen
merkte an: „Das Thema Kita ist immer wieder in der Gemeinde auf der Tagesordnung, doch das alles muss auch finanziert werden.“ Damit meinte er auch die Rückerstattung an zu hohen Essengeldbeiträgen an die Eltern. „Gut 100 000 Euro kommen jetzt auf die Gemeinde zu und auch in Zukunft wird das ein Problem sein, wenn Essenanbieter mit ihren Kosten höher liegen“, sagte er. Der Vater aus der Kita in Zaatzke spricht sich dafür aus, dass „wir weg von
dem Gedanken der Dienstleistung kommen, sondern Kinder als Aufgabe für die Gesellschaft sehen.“ Deter sucht im Falle seiner Wahl als Landrat „nach Vergleichen mit anderen Landkreisen, um sinnvolle Dinge auch adaptieren zu
können“. Ob das beitragsfreie Kitajahr in Zukunft tatsächlich den Kindern bessere Startmöglichkeiten in der Schule bietet, bezweifelte eine Frau aus Wernikow: „Das bringt nicht mehr an Bildung.“ Auch die Nähe von Behörden
wurde diskutiert. „Wo bleiben das Soziale und die Bürgerfreundlichkeit?“, fragte Petra Mauf aus Wernikow. Sie kann nicht nachvollziehen, warum die Rentenstelle in Wittstock ihre Türen geschlossen hat und die zuständige
Stelle in Neuruppin telefonisch nicht erreichbar ist. Neu ist auch, dass in der Agentur für Arbeit in Wittstock keine Meldungen zur Arbeitslosigkeit mehr angenommen werden. „Eine Strecke nach Neuruppin ist 55 Kilometer lang, und diese Kosten werden nicht von der Behörde ersetzt“, so eine Frau aus Wernikow. Sven Deter sieht ein, dass „Bürgersprechstunden notwendig sind und eventuell auch mobile Beratungen angeboten werden.“
 

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