Presseberichte
07.04.2018, 15:55 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 7.4.2018 / Reyk Grunow
Sven Deter: Dörfer brauchen mehr Bauland
Der CDU-Kandidat für die Landratswahl am 22. April hält den Entwurf des Landesentwicklungsplanes für eine „Wachstumsbremse“ für kleine Orte
Neuruppin. Dass ausgerechnet die kleinen Orte im ländlichen Raum von Brandenburg in ihrem Wachstum eingeschränkt werden sollen – für den CDU-Landratskandidaten Sven Deter aus Wulkow bei Neuruppin ist das in keiner Weise zu verstehen. Entschieden wenden sich Deter und die fünf anderen Kandidaten der CDU für einen der Landratsposten, die im April in Brandenburg vergeben werden, gegen diese Vorgaben der Landesregierung.
Konkret richtet sich ihre Kritik gegen den Entwurf des neuen Landesentwicklungsplanes für die Region Berlin-Brandenburg. Mit dem Landesentwicklungsplan gibt das Land für ganz Brandenburg einen groben Rahmen vor, wie sich die Mark in den nächsten Jahren entwickeln soll und kann. Besonders heftig diskutiert waren in den vergangenen Jahren die Vorgaben für den Bau von Windrädern. Richter hatten den bisherigen Landesentwicklungsplan vor einiger Zeit für unwirksam erklärt. Viele Städte und Gemeinden warten seitdem auf einen neuen, sicheren Entwurf. Der liegt seit einigen Monaten vor. Bis Freitag konnte jeder Bürger in Brandenburg eine Meinung dazu sagen, inzwischen ist das öffentliche Beteiligungsverfahren beendet. Die CDU nimmt das zum Anlass, mit dem Konzept der Landesregierung noch einmal abzurechnen. Für kleine Orte außerhalb des
Speckgürtels um Berlin, die keine Ober- oder Mittelzentren sind, sieht der Entwurf des Landesentwicklungsplanes für die Hauptstadtregion nur noch wenige Baumöglichkeiten vor. So soll in solchen Orten innerhalb der nächsten zehn Jahre nur noch ein Hektar Bauland pro 1000 Einwohner erschlossen werden dürfen. Doch wie viele Häuser lassen sich auf einem Hektar neu
bauen? Mehr als vier oder fünf Einfamilienhäuser wohl kaum. Für Neuruppin als Mittelzentrum gilt diese Einschränkung nicht, auch nicht für Wittstock und Kyritz. Alle anderen Orte im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wären von den Vorgaben des Landes beim Bauen aber wohl betroffen. „Das Land hat noch nicht verstanden, wie viele Orte Zuzug haben“, sagt Jan Redmann, der für die
CDU im Landtag in Potsdam sitzt und so zugleich Kreischef seiner Partei in Ostprignitz-Ruppin ist. Weil Wohnen in Berlin immer teuerer wird, würden in den kommenden Jahren noch viel mehr Menschen ins Umland ziehen. Wenn die Verkehrsanbindung stimmt, auch in den Kreis Ostprignitz-Ruppin. „Der
Landkreis könnte massiv davon profitieren“, sagt der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke aus Neuruppin. Doch durch die Vorgaben des Landesentwicklungsplanes sei es in vielen Orten gar nicht möglich, jungen Familien Plätze zum Bauen anzubieten, egal wie groß die Nachfrage auch ist. Sollte er am 22. April zum neuen Landrat in Ostprignitz-Ruppin gewählt werden, werde er sich dafür stark machen, dass die Vorschriften geändert werden, sagt Sven Deter: „Das ist vollkommen an der Realität vorbei.“ Als Ortsvorsteher in Wulkow bekommt er mit, wie groß die
Nachfrage nach Baugrundstücken selbst in den Neuruppiner Ortsteilen ist – schon jetzt könne sie in vielen Fällen gar nicht gedeckt werden. „Der vorliegende Entwurf der Landesregierung ist eine Wachstumsbremse“, sagt Sven Deter. „Wir brauchen mehr Spielraum für die Dörfer und Städte. Die Brandenburger wollen nicht aus Potsdam vorgeschrieben bekommen, was sie alles nicht dürfen.“ Mehr Spielraum sieht der Entwurf des Landesentwicklungsplanes durchaus vor. Allerdings für jene Orte, die mit der Bahn in weniger als einer Stunde aus Berlin zu erreichen sind. Der schnelle Ausbau der Bahnverbindung ins Berliner Zentrum ist ein Punkt, für den sich Deter stark machen will, sollte er Chef der Kreisverwaltung in Neuruppin werden. Die Bahn sei durchaus bereit, schneller zu bauen. Doch vom Land
und auch aus der Region sei bisher zu wenig Druck gekommen, um in Potsdam klar zu machen, wie wichtig etwa der Prignitz-Express für die
Entwicklung der gesamten Region sei, sagt er.

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